{"id":4656,"date":"2019-10-05T20:51:59","date_gmt":"2019-10-05T19:51:59","guid":{"rendered":"https:\/\/theosnotizen.com\/?p=4656"},"modified":"2020-12-03T09:52:22","modified_gmt":"2020-12-03T08:52:22","slug":"in-der-not-erschrick-nicht-hab-nur-vertrauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/billetdetheo.com\/theosnotizen\/2019\/10\/05\/in-der-not-erschrick-nicht-hab-nur-vertrauen\/","title":{"rendered":"In der Not, erschrick nicht, hab nur Vertrauen\u00a0!"},"content":{"rendered":"

Erschrick nicht, hab nur Vertrauen : dramatische Umst\u00e4nde<\/h2>\n
\"erschrick
Die Auferstehung der Tochter des Jairus Gustave Dor\u00e9<\/figcaption><\/figure>\n

F\u00fcrchte dich nicht, glaube nur<\/em>.\u00a0 So sprach Jesus unter dramatischen Umst\u00e4nden.<\/p>\n

Und im Hintergrund, hinter den Kulissen, kaum herauszuh\u00f6ren, parallel, spielt sich ein weiteres weniger sichtbares Drama ab, ein innerer Kampf,….Da verbirgt sich ein Geheimnis, das schwer, unm\u00f6glich zu enth\u00fcllen ist….<\/p>\n

Lukas, als Historiker und Theologe<\/h2>\n

Lukas, der Autor des dritten Evangeliums, nahm nicht pers\u00f6nlich an den Begebenheiten teil, die er in seinem Evangelium beschrieben hat.\u00a0 Als Historiker sammelte er aber die Berichte der Zeugen, die er dann als Theologe gestaltete. Er bringt Leben in diese Ereignisse, um zu zeigen, dass Jesus von Gott auserw\u00e4hlt wurde, um seinem Volk Befreiung zu bringen.<\/p>\n

 <\/p>\n

F\u00fcr seinen Freund Theophilus (dieser Name bedeutet „der Gott liebt“), den ersten Empf\u00e4nger seines Evangeliums, schildert Lukas die Beteiligten, die Umst\u00e4nde und den Verlauf dieser Dramen. Den vorliegenden Vorfall lesen wir im Kapitel 8, Vers 40 bis 56. Die gleiche Doppelgeschichte, mit einigen kleinen Unterschieden, findet man auch in Matth\u00e4us 9 und Markus 5.<\/p>\n

Lukas 8. 40 bis 56 Gute Nachricht<\/h3>\n

Als Jesus ans andere Seeufer zur\u00fcckkam, empfing ihn die Volksmenge voll Freude; alle hatten auf ihn gewartet.\u00a0 41\u00a0Da trat ein Mann namens Ja\u00efrus auf ihn zu. Er war der Synagogenvorsteher am Ort. Er warf sich vor Jesus nieder und bat ihn, doch in sein Haus zu kommen;\u00a0<\/em>42\u00a0seine etwa zw\u00f6lfj\u00e4hrige Tochter, sein einziges Kind, lag n\u00e4mlich im Sterben. Unterwegs umdr\u00e4ngten die Leute Jesus so, dass sie ihn fast erdr\u00fcckten.\u00a0<\/em>
\n43\u00a0Es war auch eine Frau dabei, die seit zw\u00f6lf Jahren an Blutungen litt. Niemand hatte ihr bisher helfen k\u00f6nnen, obwohl sie ihr ganzes Verm\u00f6gen an \u00c4rzte ausgegeben hatte.\u00a0<\/em>
\n44\u00a0Sie dr\u00e4ngte sich von hinten an Jesus heran und ber\u00fchrte eine Quaste seines Gewandes. Sofort h\u00f6rte die Blutung auf.\u00a0<\/em>
\n45\u00a0Jesus fragte: \u00bbWer hat mich ber\u00fchrt?\u00ab Niemand wollte es gewesen sein, und Petrus sagte: \u00bbHerr, die Leute umringen dich so und erdr\u00fccken dich fast!\u00ab\u00a0<\/em>
\n46\u00a0Aber Jesus erwiderte: \u00bbJemand hat mich ber\u00fchrt. Ich sp\u00fcrte, wie heilende Kraft von mir ausging.\u00ab\u00a0<\/em>
\n47\u00a0Als die Frau merkte, dass ihr Tun nicht verborgen geblieben war, trat sie zitternd vor und warf sich vor Jesus nieder. Vor dem ganzen Volk erkl\u00e4rte sie, warum sie ihn angefasst hatte und dass sie im selben Augenblick geheilt worden war.\u00a0<\/em>
\n48\u00a0Jesus sagte zu ihr: \u00bbMeine Tochter, dein Vertrauen hat dir geholfen. Geh in Frieden!\u00ab\u00a0<\/em>
\n49\u00a0W\u00e4hrend Jesus noch sprach, kam ein Bote aus dem Haus des Synagogenvorstehers und sagte zu Ja\u00efrus: \u00bbDeine Tochter ist gestorben. Bem\u00fche den Lehrer nicht weiter!\u00ab 50 Jesus h\u00f6rte es und sagtezu Ja\u00efrus: \u00bbHab keine Angst! Fass nur Vertrauen, dann wird sie gerettet!\u00ab 51 Als er zum Haus kam, lie\u00df er nur Petrus, Johannes und Jakobus mit hineingehen und dazu den Vater des Kindes und die Mutter. 52 Drinnen weinten alle und trauerten um das M\u00e4dchen. Jesus sagte: \u00bbWeint nicht! Es ist nicht tot, es schl\u00e4ft nur.\u00ab 53 Da lachten sie ihn aus, denn sie wussten, es war tot. 54 Aber Jesus nahm es bei der Hand und rief: \u00bbM\u00e4dchen, steh auf!\u00ab 55 Da kehrte wieder Leben in das M\u00e4dchen zur\u00fcck und es stand sofort auf; und Jesus lie\u00df ihm etwas zu essen geben. 56 Die Eltern waren fassungslos. Jesus aber befahl ihnen, es niemand weiterzusagen.<\/em><\/p>\n

Erschrick nicht: die K\u00fchnheit dessen, der Gefahr l\u00e4uft, alles zu verlieren.<\/h2>\n

Jairus, einer der Leiter der Synagoge von Kapernaum, …ein Pharis\u00e4er…..<\/h3>\n

ein hoher sozialer Status, ein Ruf, den es zu sch\u00fctzen gilt, eine etablierte theologische Ausrichtung, aber auch ein zu verteidigender Korporatismus.<\/p>\n

Die Pharis\u00e4er, H\u00fcter des Gesetzes und der 613 Gebote.<\/h4>\n

Die Pharis\u00e4er gaben sich als H\u00fcter des Gesetzes bis in die feinsten Details seines Wortlauts aus, nach den engen Kriterien der talmudischen Interpretation. – Die 613 Gebote, ein genauer Kommentar, bis ins kleinste Detail, der 10 Gebote und der Gesetze des Levitikus.<\/p>\n

Ein frommer Jude muss sie Wort f\u00fcr Wort, Geste f\u00fcr Geste anwenden, um seine rituelle Reinheit zu bewahren.\u00a0 Sich ja nicht verunreinigen, indem er sich unreinen oder weniger reinen Menschen n\u00e4hert. Die Mehrheit dieser Pharis\u00e4er ist Jesus feindlich gesinnt.<\/p>\n

F\u00fcr Jesus z\u00e4hlen die eigentliche Absicht des Gesetzes, die Reinheit des Herzens, das wahre Innenleben des Menschen.<\/h4>\n

Jairus, ein Pharis\u00e4er mit allen Ehren und Vorteilen seiner Stellung.<\/h3>\n

Was n\u00fctzt das alles, wenn er das Wesentliche verliert?<\/h4>\n

Aber Was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber zuletzt sein Leben verliert?<\/em>(<\/strong>Markus 8,36)<\/p>\n

Wir k\u00f6nnen es auch so ausdr\u00fccken: \u2026wenn er riskiert, das Wesentliche zu verlieren, was f\u00fcr ihn am wertvollsten ist.<\/p>\n

Was n\u00fctzen der beste Ruf, die gr\u00f6\u00dften gesellschaftlichen Vorteile, wenn eine Seele, ein Leben (das gleiche griechische Wort), ein Leben, das f\u00fcr uns wertvoll ist, auf dem Spiel steht.<\/p>\n

Das Leben seiner einzigen Tochter<\/h4>\n

F\u00fcr Jairus geht es um das Leben seiner einzigen erst 12-j\u00e4hrigen Tochter: Sie liegt im Sterben. 12 Jahre…. das Alter, in dem das M\u00e4dchen eine Frau werden kann, in dem die Eltern beginnen,…. sie auf ihre zuk\u00fcnftige Ehe vorzubereiten. Aber alles scheint verloren…. es sei denn……<\/p>\n

Hab keine Angst,.. die Schrankren zu sprengen…..<\/h2>\n

Jairus ging das Risiko ein: seinen Ruf bei seinen f\u00fcr die Synagoge verantwortlichen Kollegen,…. bei den anderen Pharis\u00e4ern zu verlieren<\/p>\n

Trotz des Misstrauens Jesus gegen\u00fcber<\/h3>\n

Die meisten von ihnen halten einen sehr kritischen Sicherheitsabstand zu Jesus ein. Er mischt sich zu sehr mit der unwissenden Menge, die das Gesetz nicht kennt (und deshalb als verflucht gilt, Joh 7,49), mit den zu meidenden Leuten:<\/p>\n

…Er hat Umgang mit Steuereintreibern wie mit diesem Levi\/Matth\u00e4us (Mt 9,9). Diese Kollaborateure des r\u00f6mischen Besatzers, …diese in der Stadt ber\u00fcchtigten S\u00fcnder, die sich mit Jesus um den gleichen Tisch versammeln!…. Welch eine Verh\u00f6hnung der rituellen Reinheit, welch ein Widerspruch zur religi\u00f6sen Orthodoxie..!<\/p>\n

„<\/strong>Warum isst dein Meister mit Z\u00f6llnern (eine andere Art, Z\u00f6llner zu sagen) und Menschen mit schlechtem Leben<\/em>?<\/strong><\/p>\n

– \u201c<\/strong>Nicht diejenigen, denen es gut geht, brauchen einen Arzt, sondern die Kranken<\/em>„<\/strong>, antwortete Jesus.<\/p>\n

Es sind die Kranken, nicht die Gesunden, die einen Arzt brauchen.<\/h3>\n

Hat Jairus diese Worte geh\u00f6rt, die in Matth\u00e4us 9,11 und 12 berichtet werden?<\/p>\n

Ja, genau das braucht Jairus!<\/h4>\n

Jedenfalls nimmt er sie auch f\u00fcr sich auf. Er braucht einen Arzt. Er wirft sich vor Jesu F\u00fc\u00dfe. Er fleht ihn an, in sein Haus zu kommen. Seine einzige, zw\u00f6lf Jahre alte Tochter, liegt im Sterben. (V. 41 und 42)<\/p>\n

In Kapernaum hat Jesus gerade den Diener eines r\u00f6mischen Offiziers durch ein Wunder aus der Ferne, durch ein einfaches Wort geheilt (Lukas 7,1-9). Es ist gerade diese Art von Arzt, die Jairus jetzt braucht.<\/p>\n

Die Frau, die sich hinter einem Baum versteckt.<\/h2>\n

Hinter einem Baum versteckt, sah eine Frau eben zu, wie Jairus sich zu Jesu F\u00fc\u00dfen warf. Die Menge trat zur\u00fcck, um den Synagogenleiter durchzulassen, und schloss sich dann wieder…….<\/p>\n

Diese Frau ist ihren Nachbarn, einigen von denen, die der Bewegung der Menge folgen, bekannt…….<\/p>\n

Ersch\u00f6pfende Blutungen<\/h3>\n

Ihre Gesundheit ist \u00fcberhaupt nicht in Ordnung: Tag f\u00fcr Tag ersch\u00f6pfen sie ihre Blutungen.<\/p>\n

So viele, schmerzhafte, kostspielige, ergebnislose Heilungsversuche…<\/p>\n

Sie war schon bei den verschiedensten \u00c4rzten gewesen und hatte viele Behandlungen \u00fcber sich ergehen lassen. Ihr ganzes Verm\u00f6gen hatte sie dabei ausgegeben, aber es hatte nichts gen\u00fctzt Markus 5.26\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n

 <\/p>\n

Heute k\u00f6nnten wir dieser Frauenkrankheit einen Namen geben. Wahrscheinlich kein Krebs, denn wer k\u00f6nnte ihm zw\u00f6lf Jahre lang widerstehen?…Hormonelle St\u00f6rungen, Zyste, Fibrom…. Heute werden solche allt\u00e4glich behandelt und auch geheilt. Aber damals….!<\/p>\n

Moral auf dem niedrigsten Stand<\/h4>\n

Moral: Es geht nicht besser. Zw\u00f6lf Jahre lang ohne Besserung.<\/p>\n

Im Gegenteil, ihr Leiden war nur schlimmer geworden. <\/span><\/em>Markus 5.26<\/span><\/p>\n

Kein gesellschaftlichen oder religi\u00f6sen Beziehungen<\/h4>\n

Auf sozialem oder religi\u00f6sem Gebiet : praktisch nichts. Nach Levitikus 15. 25-30 ist diese Frau dauerhaft unrein. Ihre M\u00f6bel und ihr Geschirr ebenso. Es ist ihr unm\u00f6glich, mit jemandem zusammen zu sitzen, mit ihrer Familie, mit Freunden zu essen.<\/p>\n

Wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass sie nicht verheiratet ist. Jesus sagt zu ihr „Meine Tochter“ und nicht \u00ab\u00a0Frau\u00a0\u00bb, wie er es sonst tut.<\/p>\n

Sie braucht einen Arzt, jemanden, der sie von ihrer Unreinheit befreit. Wie jener Heide aus dem Gebiet von Gerasa, von der anderen Seite des Sees, jener Heide, aus dem Jesus eine Legion von D\u00e4monen austrieb (Lk 8,26).<\/p>\n

Erschrick nicht<\/em>… Die K\u00fchnheit einer Frau, die nichts mehr zu verlieren hat.<\/h2>\n

Wie ist das m\u00f6glich, ohne einen Skandal zu verursachen?<\/h3>\n

Auch diese Frau m\u00f6chte gern Jesus zu F\u00fc\u00dfen fallen. Aber wie ist das m\u00f6glich?<\/p>\n

Es kommt nicht in Frage, einen Skandal auszul\u00f6sen, vor ihm aufzutreten, sie, eine unreine Frau. Es ist ebenso unm\u00f6glich, ihre Krankheit durch die Menge zu schreien, damit Jesus sie aus der Ferne heile, einfach mit einem Wort<\/p>\n

Keine Angst.<\/em>… die Not l\u00e4sst sie eine L\u00f6sung finden.<\/h4>\n

Sie schl\u00fcpft zwischen den Menschen durch, von hinten her, sie schafft sich so unauff\u00e4llig wie m\u00f6glich einen Weg…..
\nJa nicht auffallen, bevor sie Ihr Ziel erreicht hat\u00a0!<\/p>\n

Die einzige K\u00fchnheit, die ihr m\u00f6glich ist.<\/h4>\n

Die Fransen an der R\u00fcckseite des Mantels von Jesus ber\u00fchren. Die Franzen ber\u00fchren, diese sichtbare Erinnerung an Gottes Gebote (Nummeri 15:38-40).<\/p>\n

Lukas‘ Text beschr\u00e4nkt sich auf eine Beobachtung, ohne weiteren Kommentar.<\/p>\n

Wie ist ihre Geste zu bewerten?<\/h3>\n

Aber wie sollen wir ihre Geste bewerten: eine Heilung durch Ber\u00fchren von Fransen, von einem Gegenstand…… suchen? Aberglaube, Fetischismus? Es gibt noch andere Beispiele f\u00fcr solche Gegenst\u00e4nde in der Bibel, Paulus‘ Taschent\u00fccher und Peters Schatten, die heilten (Apg. 5,15; 19,12)…. Keine Schuldzuweisung in dieser Hinsicht.<\/p>\n

Ein Glaube, der Risiken eingeht<\/h4>\n

Was wirklich z\u00e4hlt, ist der Glaube, den sie um jeden Preis durch das Eingehen von Risiken auszudr\u00fccken wagt.<\/p>\n

Geheilt…. sie wei\u00df es, sie f\u00fchlt es. Und jetzt unauff\u00e4llig weggehen …jedes Aufsehen vermeiden….<\/p>\n

Glaube: vom empirischen zum augekl\u00e4rten Glauben<\/h2>\n

Wer mich ber\u00fchrt hat..<\/em>. „Ich wei\u00df, dass eine Kraft aus mir herausgekommen ist“
\nDa wird sie erwisch!<\/p>\n

Jesus hat ihr nicht direkt gesagt, „F\u00fcrchte dich nicht“. Sondern so etwas wie:<\/p>\n

„Hab keine Angst, ganz offen aufzutreten. Erschrick nicht, vor allen Leuten zu reden.<\/h3>\n

Du hast mit der K\u00fchnheit des Glaubens begonnen, fahr fort: sag es ihnen allen, was ich f\u00fcr dich getan habe….“<\/p>\n

Warum verlangt das Jesus?<\/h4>\n

Jesus war sich der Ber\u00fchrung der Frau bewusst. Er akzeptierte das. Er erkannte durch diese Geste den Glauben, den einfachen, nicht sehr aufgekl\u00e4rten, – manche w\u00fcrden sagen den \u201cK\u00f6hlerglauben“. Er macht ihr keinen Vorwurf. Er verachtet diesen etwas „volkst\u00fcmlichen“ Glauben nicht. Er geht von dem aus, was sie wei\u00df, und bringt sie weiter.<\/p>\n

Und wir, wie verstehen wir es, unsere Verk\u00fcndigung des Evangeliums an das Wissen der Menschen anzupassen?<\/h4>\n

Wir sollten es vermeiden, manchmal zu automatisch Fragen zu beantworten, die sie sich nicht einmal stellen? Zeigen wir, dass wir uns wirklich f\u00fcr sie interessieren?<\/p>\n

Versuchen wir zu lernen, wie man hinter den Gewohnheiten, den Schranken der sozialen und religi\u00f6sen Verteidigung, die tiefen Bed\u00fcrfnisse, die wirklichen Probleme erkennen kann?<\/p>\n

Auch f\u00fcr diese Frau gibt es keinen Glauben zweiter Kategorie.<\/h4>\n

Jesus will nicht, dass die Frau nur eine hastig gestohlene Heilung erh\u00e4lt. Er will keinen Glauben zweiter Klasse, der geheim bleibt und sich nicht engagiert.<\/p>\n

Sie hat die gleichen Rechte auf die F\u00fcrsorge des Erl\u00f6sers wie Jairus, wie die Prominenten der Stadt.<\/p>\n

Jesus gew\u00e4hrt ihr v\u00f6llige Heilung. Heilung des Leibes, nat\u00fcrlich, aber auch und vor allem Erl\u00f6sung ihrer Seele: „Dein Glaube hat dich geheilt, gerettet“.<\/p>\n

Das Recht, das Evangelium zu empfangen, ohne sich zu verstecken.<\/h3>\n

In der j\u00fcdischen Gesellschaft des 1. Jahrhunderts haben Frauen und Kinder geringen Wert. Jesus zeigt ihnen seine Zuwendung, seine Liebe. Sie haben Anrecht auf seine Wohltaten, sie haben das Recht, das Evangelium offen anzuh\u00f6ren und zu empfangen, ganz offen und nicht im Verborgenen. In der Synagoge h\u00f6rten die Frauen hinter einem Vorhang zu. Der Talmud verbot, ihnen religi\u00f6sen Unterricht zu erteilen.<\/p>\n

Eine Frau, die ihre W\u00fcrde gefunden hat.<\/h4>\n

Dann bekennt die Frau vor allen Leuten ihre Krankheit, ihre Unreinheit, ihren Einfall, um sich Jesus zu n\u00e4hern, ihre sofortige und vollst\u00e4ndige Heilung…. Sie ist Zeugin… Sie hat ihre W\u00fcrde, ihre Anerkennung im Herrn gefunden.<\/p>\n

Und die Sch\u00fcchternen…..<\/h4>\n

Und wir, die Sch\u00fcchternen, die Zur\u00fcckhaltenden, die Introvertierten…. wir, die wir zu oft andere in ihrem Gebet ausdr\u00fccken lassen, was wir nicht wagen, selbst zu sagen, \u00fcberwinden wir manchmal unsere Angst, offen und laut zu sagen, was der Herr f\u00fcr uns getan hat….?<\/p>\n

Erschrecken oder glauben…. vertrauen oder sich f\u00fcrchten?<\/h2>\n

Ein wankendes Gleichgewicht f\u00fcr Jairus.<\/h3>\n

Jesus ist doch gewiss auf dem Weg, seine Tochter zu heilen, aber warum dann diese Unterbrechung? Und vor allem, warum besteht der Herr so sehr darauf zu wissen, wer ihn ber\u00fchrt hat?\u00a0 „Alle ber\u00fchren dich“…. Die J\u00fcnger und Petrus haben es genau gesehen. Es ist sinnlos und wird nur Zeit …. wertvolle Zeit verschwenden. Die Angst des Vaters nimmt zu: wir werden noch zu sp\u00e4t ankommen.<\/p>\n

Ja, es ist zu sp\u00e4t!\u00a0 Die Balance bricht.<\/h3>\n

Ein Diener schl\u00e4ngelt sich durch die Menge: „Deine Tochter ist gerade gestorben. Bel\u00e4stige den Meister nicht mehr\u201d.<\/p>\n

F\u00fcr diese Art von Menschen endet die Grenze der Macht Jesu an der Grenze des Lebens: „Solange es Leben gibt, gibt es Hoffnung“. \u00a0Danach lohnt es sich nicht mehr, etwas zu erhoffen, dann ist Schluss. Dann ist alles aus.<\/p>\n

Doch! Es lohnt sich trotzdem noch!\u00a0 F\u00fcr den Herrn ist es nie zu sp\u00e4t!<\/h4>\n

F\u00fcrchte dich nicht, glaube nur, und sie wird geheilt…. gerettet werden<\/em><\/h3>\n

Erschrick nicht \u00fcber die Verz\u00f6gerung<\/strong>: der Herr wird ein noch gr\u00f6\u00dferes Wunder zulassen, nicht nur eine Heilung, sondern sogar eine Auferstehung.<\/p>\n

Erschrick nicht vor b\u00f6sen Nachrichten.<\/strong> Erinnere dich an Abraham. Er glaubte gegen alle Beweise, dass Gott seinen Sohn nach dem Opfer auferwecken k\u00f6nnte. (Hebr\u00e4er 11:17-19)<\/p>\n

Erschrick nicht vor der Offenkundigkeit des Todes.<\/strong><\/p>\n

„Das M\u00e4dchen ist nicht tot, es schl\u00e4ft.“ Das behauptet Jesus, auch wenn er verspottet wird. Auch wenn die weinenden Frauen schon da sind. Es ist so Brauch: selbst die \u00e4rmsten Familien haben mindestens einen Fl\u00f6tenspieler und eine weinende Frau, eine Frau, die zum Weinen bezahlt wird.<\/p>\n

Einfach glauben<\/h2>\n

Sie schl\u00e4ft, sie wird aufwachen. Jesus hat Vollmacht auf das Leben.<\/h3>\n

Er nimmt sie an der Hand: \u201cSteh auf, Myriam… Es ist Zeit\u201d.<\/p>\n

…wie ihre Mutter jeden Morgen.<\/p>\n

Unm\u00f6glich, solange sie tot ist…… Aber sie ist nicht mehr tot,…. ganz einfach nicht mehr tot…<\/h4>\n

Sie steht auf, sie geht umher, sie hat Hunger. Etwas verschlafen, noch etwas blass, aber Appetit hat sie…<\/p>\n

„Gebt ihr etwas zu essen.\u00a0„…. R\u00fcckkehr zum normalen Leben. Da hat Jesus eingegriffen.<\/h4>\n

Kein Aufwall, nat\u00fcrlich. Sie ist geheilt, aber keiner der Sp\u00f6tter wird genau wissen, wie es passiert ist.<\/p>\n

Viele Jahre sp\u00e4ter……..<\/h2>\n

Theophil, dieser alte Freund von Lukas, erinnert sich…. Er wurde Christ…. dann Leiter einer Gemeinde in der Gegend von Antiochien.<\/p>\n

Diese Geschichte hat einige f\u00fcr ihn wichtige Fragen beantwortetet.<\/h3>\n

Wem reserviert Jesus seine F\u00fcrsorge?<\/h4>\n

Interessiert er sich nur f\u00fcr Arme….f\u00fcr Ausgegrenzte der Gesellschaft…f\u00fcr diejenigen, deren Elend und Bedr\u00e4ngnis deutlich sichtbar sind?<\/p>\n

Nein, auch Jairus, der leitende F\u00fchrer der Synagoge, hat die volle Aufmerksamkeit des Herrn erhalten!……..<\/p>\n

Die Pharis\u00e4er waren Jesus gegen\u00fcber sehr kritisch, sehr negativ. Hat er es Jairus vorgehalten? Nein, im Gegenteil…. Und auch f\u00fcr Nikodemus, jenen anderen Pharis\u00e4er, der ihn nachts unaff\u00e4llig aufsuchte…. hat er den Weg zur Erl\u00f6sung beschrieben (Johannes 3,16).<\/p>\n

Jesus wirft nicht alle in des selben Topf, er ist an jedem interessiert, individuell.<\/h4>\n

Jesus lie\u00df eine unreine Frau auf sich zukommen, er heilte sie.<\/p>\n

Er, Theophilus, ein Heide, ist auch unrein in den Augen eines j\u00fcdischen Pharis\u00e4ers, der auf seine Reinheit stolz ist, eines Pharis\u00e4ers, der nie in sein heidnisches Haus treten w\u00fcrde.<\/p>\n

Er bietet allen das Reich Gottes an.<\/h4>\n

Aber was Jesus f\u00fcr diese unreine Frau, f\u00fcr die Ausgeschlossenen seines Volkes getan hat, das bietet er auch den Fremden, den Heiden an…. Es ist das Angebot des Reiches Gottes bis ans Ende der Welt….<\/p>\n

Seine Kraft und Liebe offenbaren sich sich in allen L\u00e4ndern, auf allen Ebenen der Gesellschaft, f\u00fcr jeden einzelnen Menschen.<\/p>\n

Dann erhielt auch er, Theophilus, ein angesehener, aber heidnischer Mann, seine Antworten. Er hat sich dem Herrn zugewandt, er dient ihm treu.<\/p>\n

Diese Geschichte wird er in seiner Gemeinde erz\u00e4hlen: Er wird sie bitten, sich noch mehr zu engagieren…. Das Jahr 70 mit der Zerst\u00f6rung des Tempels von Jerusalem ist vorbei, Kirche und Synagoge haben sich getrennt…. Der christliche Glaube kann nicht mehr privat, geheim, im Schatten der j\u00fcdischen Gemeinschaft bleiben….<\/p>\n

Keine Angst…. Spott, Verachtung, Widerstand, Verfolgung….Tod…..<\/h3>\n

Glaube einfach…. und du wirst gerettet werden.<\/em>.. f\u00fcr alle Ewigkeit…..<\/h4>\n

Und wie ist es heute? Sind unsere Gr\u00fcnde zu glauben wichtiger als unsere Gr\u00fcnde zu f\u00fcrchten….?<\/p>\n

C. Streng<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"

Hab keine Angst, glaube nur“: Jesus sprach diese Worte unter dramatischen Umst\u00e4nden. Und hinter der B\u00fchne spielt sich ein weiteres Drama ab…..<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4750,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[84],"tags":[236,237,238],"class_list":["post-4656","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-vertiefen","tag-erschrick-nicht-hab-nur-vertrauen","tag-in-der-not","tag-jairus","entry","has-media"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/billetdetheo.com\/theosnotizen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4656","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/billetdetheo.com\/theosnotizen\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/billetdetheo.com\/theosnotizen\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/billetdetheo.com\/theosnotizen\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/billetdetheo.com\/theosnotizen\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4656"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/billetdetheo.com\/theosnotizen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4656\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4751,"href":"https:\/\/billetdetheo.com\/theosnotizen\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4656\/revisions\/4751"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/billetdetheo.com\/theosnotizen\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4750"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/billetdetheo.com\/theosnotizen\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4656"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/billetdetheo.com\/theosnotizen\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4656"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/billetdetheo.com\/theosnotizen\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4656"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}